9. Kultur 

9.1 Leitbild 

Kultur ist für das Zusammenleben von großer Bedeutung: Für die einen ist es das gemeinschaftliche Erlebnis beim Genießen kultureller Angebote, für andere –die Kulturschaffenden, egal ob Professionelle oder Amateure –ist es Ausdruck ihrer Schaffenskraft und Kreativität. Kultur ist aber auch ganz allgemein die Art und Weise, wie wir in unserer Stadt zusammenleben, welche Werte geteilt werden, wie mit Unterschieden umgegangen wird. Insofern ist »Kultur« gleichsam das Bindegewebe einer Stadt. An der kulturellen Vielfalt einer Stadt wird auch die Vielfältigkeit ihrer Einwohnerı⃰nnen sichtbar. Brühl ist eine bunte Stadt. Menschen aus über 100 Nationen leben hier und tragen zur kulturellen Bereicherung der Stadt bei. Wir wollen diesen Reichtum würdigen und die Vielfalt fördern. Deswegen unterstützen wir Initiativen, die sich für den interkulturellen oder interreligiösen Dialog engagieren. Wir zeigen eine »klare Kante gegen Rechts« und haben keinerlei Toleranz für Hetze und Hass. Stattdessen wollen wir ein »Festival der Vielfalt« in Brühl etablieren, bei dem wir im Respekt gegenüber der*dem Anderen unsere bunte Stadt feiern. Das breite kulturelle Angebot Brühls wollen wir in den nächsten Jahren weiter ausbauen und dabei alle Bevölkerungsschichten erreichen.Wir setzen uns dafür ein, dass die Verwaltung das lebendige kulturelle Leben in der Stadt und in den Stadtteilen weiterhin unterstützt. Brühl begibt sich auf den Weg zu einer nachhaltigen Stadt. Dies ist im weiteren Sinne auch als kulturelles Projekt zu verstehen. 

9.2 Musik, Theater, Bildende Künste 


  • Wir werden das kulturelle Angebot der Stadt sichern und ausbauen. Dabei wollen wir erreichen, dass es in Brühl mehr Auftrittsmöglichkeiten für junge, aufstrebende Künsterı⃰nnen aus der Region gibt. Außerdem soll das kulturelle Angebot speziell für die Zielgruppe Jugendliche/junge Erwachsene z. B. im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Brühler Markt« ergänzt werden. 
  • Wir wollen einen Kulturentwicklungsplan erstellen, der sowohl als Überblick für die Kulturschaffenden und die Öffentlichkeit über das kreative Potenzial in Brühl dient als auch als Basis für eine private Kunstförderung durch engagierte Bürgerı⃰nnen. 
  • Wir wollen den gesamtstädtischen Veranstaltungskalender auf der bruehl.de-Homepage, in den sich alle Vereine, Initiativen und Kunstschaffenden eintragen lassen können, weiter in den Vordergrund rücken. 
  • Für die bildenden Künstlerı⃰nnen fehlt es im Stadtgebiet an ausreichenden Räumlichkeiten, um ihre Kunst angemessen präsentieren zu können. Nach der Erneuerung des Rathauses im Steinweg soll in der Rathausgalerie wieder eine kulturelle Nutzung möglich sein. Außerdem soll geprüft werden, welche weiteren Orte als Ausstellungsräume genutzt werden könnten. 
  • Wir wollen, dass alle Brühlerı⃰nnen am kulturellen Leben teilhaben können, unabhängig von ihrer finanziellen Ausstattung. Deswegen wollen wir eine Möglichkeit finden, wie z. B. Brühl-Pass-Inhaberı⃰nnen zu vergünstigten Preisen an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen können. 


9.3 Kunst- und Musikschule, Volkshochschule, Bibliothek 

  • Wir setzen uns dafür ein, dass die Brühler Kunst- und Musikschule in ihrer jetzigen Form erhalten bleibt und die Dozentı⃰nnen fair entlohnt werden. Die Kunst- und Musikschule soll mit moderner digitaler Technik ausgestattet werden, damit auch nach der Covid-19-Pandemie in Einzelfällen weiterhin digitaler Unterricht erteilt werden kann. 
  • Wir wollen über die Volkshochschule weiterhin ein breites Kultur-, Bildungs- und Sportangebot in Brühl vorhalten und der VHS dafür angemessene Räumlichkeiten zur Verfügung stellen – damit lebenslanges Lernen in Brühl möglich bleibt. 
  • Wir wollen, dass die Bibliothek im neuen Rathaus eine angemessene Ausstattung, sowohl für Medien als auch für Personal, erhält, um ihrem Bildungsauftrag und den größeren Räumlichkeiten gerecht werden zu können. Die Bibliothek soll neben der geplanten Rund-um-die-Uhr-Öffnung der »Open Library« auch verlängerte Servicezeiten anbieten. Wir wollen, dass die Bibliothek eng mit den Brühler Schulen zusammenarbeitet, insbesondere im Bereich Medienkompetenz. 

9.4 Vereine und kulturelles Leben in den Stadtteilen 

  • Vereine und Ortsgemeinschaften unterstützen wir durch die Schaffung einer Stelle für Ehrenamtskoordination. 
  • Sondermärkte wie Foodmärkte, Antik- und Flohmärkte, Oldtimershows, Weinfeste sollen auch in den Stadtteilen Platz finden. 
  • Wir wollen, dass an Brühler Geschichte lebendig erinnert wird und sie im Stadtbild ihren Raum findet. Brühler Denkmäler und Sehenswürdigkeiten sollen im »Informationssystem über die Historische Kulturlandschaft und das landschaftliche Kulturelle Erbe« (»KuLaDig: Kultur. Landschaft. Digital«) des LVR eingetragen werden, soweit noch nicht geschehen. Darüber hinaus sind auch weitere Erinnerungsformen denkbar, wie Plaketten und Infotafeln an bedeutenden Objekten. 

9.5 Tourismus 

  • Wir wollen, dass sanfter, nachhaltiger Tourismus ein fester Bestandteil der Brühler Tourismusangebote wird. 
  • Als Ausgangspunkt für attraktive Wanderungen in der Ville ist Brühl geradezu prädestiniert. Dafür sollen (Rund-)Wanderwege gut ausgeschildert und ein entsprechendes Konzept zur Vermarktung entwickelt und etabliert werden (z. B. in Anlehnung an die »Eifelschleifen«). 
  • Außerdem wollen wir Brühl zu einem beliebten Ziel bei Radtouristı⃰nnen entwickeln. Wir setzen uns in den zuständigen Gremien dafür ein, dass überörtliche Radwege gut ausgebaut werden und Brühl auch auf entfernteren Hinweisschildern erwähnt wird. In der Innenstadt soll es eine öffentliche Zapfstelle für Trinkwasser geben. Durch diese Maßnahmen erhöht Brühl seine Attraktivität sowohl für die eigene Bevölkerung als auch für Gäste aus Nah und Fern. 
  • Wir prüfen, wie der wachsende Wohnmobiltourismus gelenkt werden kann. 

9.6 Städtepartnerschaften 

Wir wollen, dass die Beziehungen zu unseren Partnerstädten von vielen Brühlerı⃰nnen gelebt werden, denn Städtepartnerschaften leisten einen wichtigen Beitrag zu einem Europa der Bürgerı⃰nnen. Sie ermöglichen persönliche Begegnungen aller Bevölkerungsgruppen, das Kennenlernen des alltäglichen Lebens vor Ort sowie die Stärkung interkultureller Kompetenzen. In diesem Sinne unterstützen wir neue Initiativen im Bereich der Städtepartnerschaften und -freundschaften mit Sceaux (Frankreich), Leamington Spa (Großbritannien), Kunice (Polen), Chalkida (Griechenland), Kaş (Türkei) und Weißwasser/Běła Woda (Oberlausitz), um die breite Bevölkerung mehr für dieses Thema zu begeistern. Die Projektpartnerschaft mit Battir (Palästinensische Gebiete) wollen wir ausbauen, gemeinsame Projekte entwickeln und die Stadt Battir bei Entwicklungshilfeprojekten unterstützen.