11. Sicherheit und Ordnung 

Sicher in Brühl zu leben ist das gute Recht aller Bürgerı⃰nnen. Auch wenn entsprechende Statistiken keinen Hinweis auf eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsrate in Brühl geben, ist jede begangene Straftat eine zu viel. Entscheidend für die Wahl der vereinbarten Ziele ist, dass sich manche Menschen – insbesondere Frauen und ältere Menschen – nicht sicher fühlen; dies nehmen wir ernst. Die Vertragspartnerı⃰nnen sind sich daher einig, dass auch die Bereiche Sicherheit und Ordnung ein wichtiges Arbeitsfeld für die nächsten Jahre sein werden. Wir wollen, dass alle Menschen in Brühl sicher sind und sich auch sicher fühlen. Dabei setzen wir auf mehr Beratung und eine stärkere Prävention, auf ausreichende Präsenz der Ordnungskräfte, auf die Vermeidung und Beseitigung von Angsträumen und auf eine starke Partnerschaft zwischen den Bürgerı⃰nnen und den Ordnungskräften. Konkret bedeutet dies: 

  • Wir möchten Beratungsangebote verbessern: sowohl dahingehend,wie man sich davor schützen kann, Opfer von Kriminalität zu werden, als auch für Menschen, die durch empfundene Perspektivlosigkeit, Drogenmissbrauch oder Verschuldung gefährdet sind, zu Täterı⃰nnen zu werden. 
  • Selbstbehauptungstrainings sollen zur Stärkung von Kindern bereits in Kitas und Schulen angeboten werden. 
  • Die Rolle des Ordnungsdienstes als Partner und erster städtischer Ansprechpartner der Brühlerı⃰nnen soll im Rahmen einer Kampagne aufgezeigt und gestärkt werden. Dazu gehören auch Besuche in Kitas und Schulen, damit Kinder sich in bedrohlichen oder angstmachenden Situationen den Ordnungskräften anvertrauen. 
  • Die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und dem Brühler Ordnungsdienst soll im Rahmen der Ordnungspartnerschaft fortgeführt und Streetwork weiter ausgebaut werden. 
  • Wir werden einen kriminalpräventiven Rat aus Fachkräften aus Polizei, Ordnungsdienst, Jugend- und Sozialamt einrichten. Dieser wird bei Bedarf durch Vereine wie den Kinderschutzbund oder die Verbraucherzentrale, aber auch durch Erzieherı⃰nnen und Lehrerı⃰nnen ergänzt. Der Rat soll u. a. konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in Wohnquartieren entwickeln und auch Vorschläge zur Bekämpfung häuslicher Gewalt und von Gewalt an Schulen unterbreiten. 
  • zur Beseitigung von wilden Müllkippen ein Serviceversprechen abgeben, damit diese nicht einladen, noch mehr Müll abzuladen, um unsere Umwelt zu schützen und durch mehr Sauberkeit das Sicherheitsgefühl zu stärken; dazu soll auch noch stärker darauf hingewirkt werden, dass Verursacherı⃰nnen wilder Müllkippen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden (vgl. Kap. 3.3); 
  • Wir prüfen eine Ausweitung der Präsenz des Ordnungsdienstes auf das Wochenende und die Umsetzbarkeit von standardmäßigen Doppelstreifen im Bezirksordnungsdienst. Dafür werden wir das benötigte Personal bereitstellen. Bei dieser Weiterentwicklung des Ordnungsdienstes wollen wir auch auf eine bessere Abbildung der Gesellschaft, insbesondere hinsichtlich Geschlecht und Herkunft, achten. 
  • Wir möchten die Mitarbeiterı⃰nnen des Brühler Ordnungs- und Verkehrsdienstes für ihre anspruchsvolle Arbeit durch regelmäßige Fortbildungen (z. B. Deeskalationsstrategien, Ordnungs- und Verwaltungsrecht) und auch durch Sport- und Fitnessangebote sowie Selbstverteidigungskurse stärken. 
  • Wir sind bestrebt, unsere Straßen, Wege und Plätze, wie den Nord-Süd-Weg oder den Weg vom Bahnhof in die Stadt, sicherer zu machen, damit sie nicht als Angsträume wahrgenommen werden. Zudem müssen insbesondere Zugangswege zum ÖPNV sicher gestaltet werden (ähnlich wie jetzt schon die Unterführung an Brühl-Mitte), damit Bürgerı⃰nnen nicht durch ein Gefühl der Unsicherheit von der ÖPNV-Nutzung abgehalten werden.