Die unterstützen, die am meisten unter der Corona-Krise leiden

20.06.2020 - Familie, Blog

Die Verlierer der Corona-Krise – wer ist das noch gleich?
Die Gewerbetreibenden? Die Risikogruppen? Die Lufthansa? Alles richtig. Aber eine Gruppe fehlt, über die in den letzten Monaten weniger gesprochen wurde als über den Spielmodus der Fußball-Bundesliga: unsere Kinder. Die über lange Zeit eher wie potentielle Infektionsherde behandelt wurden als wie unsere Zukunft. Um das aufzuholen, müssen wir in Brühl mehr tun – nach der Krise, aber auch schon jetzt!

Corona aus Kindersicht

Die Schule schließt. Lernen findet nur noch zuhause statt, mit Eltern, die den Spagat mit Beruf, Betreuung, Lehrer-Aufgaben und Zukunftssorgen kaum hinbekommen. Nach draußen gehst du nicht mehr, die Spielplätze sind gesperrt. Freunde kannst du nicht mehr treffen, der Fußball fällt aus, die Jugendgruppe genauso. Spiel nicht auf der Straße, die Leute erwarten, dass du drinnen bleibst. Wann du die Großeltern wieder sehen wirst, ist ungewiss. Vielleicht dauert das alles noch ein, zwei Jahre.
Willkommen im Kinderleben des Frühjahrs 2020. Für Kinder sind ein, zwei Jahre eine verdammt lange Zeit. Auch wenn es inzwischen Lockerungen gibt: Was werden wir hier in Brühl tun, damit aus einem beklemmenden Halbjahr  keine verlorenen Jahre resultieren? Wir brauchen gerade jetzt einen anderen Blick auf die Belange der Kinder.

Brühl – die Stadt als Spielraum

Wenn Brühl für Kinder da sein will, muss man das in der Stadt selbst erkennen können. Wir brauchen Straßen, auf denen sich jedes Schulkind sicher bewegen kann. Wir wollen Plätze, die für Menschen jeden Alters attraktiv sind. In der Innenstadt ist das beliebte Drachenschiff fast die einzige Aufforderung zum Spielen. Warum nicht mehr davon? Der Janshof wäre ein idealer Ort hierfür. Warum liegt der erste in der Stadt erreichbare Spielplatz an der Schützenstraße zurückgezogen und wenig einladend im Dornröschenschlaf? Wir sollten die Möglichkeit zum Spielen mitten in die Stadt holen – und die Kinder gleich mit.

Es braucht ein Dorf – oder eine Stadt wie Brühl –, um Kinder aufzuziehen.

Die Bilanz der Corona-Krise wird auf sich warten lassen – für die Kinder vermutlich noch länger als für die Erwachsenen. Was wird mit den Kindern, deren einziger Kontakt zur deutschen Sprache in der Kita oder der Schule bestand? Wollen wir nur mit den Achseln zucken, wenn ein Kind im Homeschooling den Anschluss verpasst hat und die Lernziele nicht erreicht – auch wenn es in diesem Jahr formal kein “Sitzenbleiben” gibt? Brühl ist übersichtlich genug, um niemanden verloren zu geben. Wir brauchen jetzt Angebote, um Lücken im Schulstoff nicht zu Gräben für die Weiterentwicklung werden zu lassen. Mit einer Ratsmehrheit werden wir die Ganztagsschulen stärken, Vorleserinnen und Sprachförderer schon in den Kitas einsetzen. Wir können das Ehrenamt einbinden und Patenschaften vermitteln, damit jedes Kind, das Hilfe braucht, einen Mentor fürs Lernen bekommt. Für’s Erste vielleicht noch digital – auf Dauer aber als ganz persönlichen Begleiter durch das Schulleben. So viele gemeinnützige Vereine stehen bereit – bringen wir die, die Hilfe brauchen, und die, die helfen können, zusammen. Denn in Brühl ist mehr möglich.

Kindern Chancen geben – jetzt erst recht!

Krisen sind immer auch der Startpunkt für etwas Neues. Mit einer Ratsmehrheit werden wir die Corona-Krise nutzen, um Kinder und Jugendliche besser zu fördern, ihnen Freiräume zu geben und sie stark zu machen. Wenn Vereine, Freiwillige und Stadt zusammenarbeiten und an den richtigen Stellen anpacken, ist auch für junge Brühler viel mehr möglich!